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SowIn-Poster-Windenergie_kleinWas haben die Sozialwissenschaftler zur Stromdebatte beizutragen?

Normalerweise wird bei der Diskussion um die Stromversorgung eine technische Perspektive eingenommen. Der Fokus liegt dabei auf technischen Komponenten, wie zum Beispiel Kraftwerken oder Stromleitungen. Dabei werden nicht-technische Komponenten, wie die Mitarbeiter im Kraftwerk oder der Endnutzer, nicht gesondert berücksichtigt. Hier knüpft die soziologische Perspektive an. Der soziologische Ansatz begreift Stromnetze nicht als eine Zusammenschaltung mechanischer Komponenten, sondern als ein sozio-technisches System, welches sich aus Artefakten und sozialen Handlungsformen zusammensetzt. Anstatt sich nur auf technische Eigenschaften eines Kraftwerks (Artefakt) zu konzentrieren, schließt ein sozio-technisches System auch die Handlungen der Mitarbeiter (soziale Handlungsnormen) mit ein. Der Zusatznutzen dieser Betrachtungsweise wird anhand eines Beispiels deutlich:

Stromausfälle haben weitreichende Bedeutung für alle am Stromnetz Beteiligten. Um solchen Vorfällen vorzubeugen, kann man zum Beispiel möglichst störungsresistente Kraftwerke entwickeln. Da diese aber von Menschen gesteuert werden, muss man, um das Risiko eines Ausfalls zu minimieren, auch die jeweiligen Mitarbeiter schulen, die die Kraftwerke zu steuern.

Mit der Energiewende kommen aber noch weitere Aspekte hinzu. Windräder sind zwar umweltfreundlich, bei der Energieproduktion jedoch von externen Faktoren abhängig. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, ist die Weiterentwicklung von Speicheranlagen, sodass Strom „auf Vorrat“ produziert werden kann. Dieser technische Ansatz hat jedoch insofern Nachteile, als dass es sehr aufwendig und bislang noch nicht möglich ist, große Mengen an Energie zu speichern. Zudem gibt es bei der Speicherung Energieverluste. Hier kann die soziologische Betrachtungsweise weiterhelfen. Indem man das Nutzungsverhalten der Kunden untersucht und versteht, kann ein optimales Zusammenspiel zwischen den Komponenten des sozio-technischen Systems „Stromnetz“ ermöglicht werden. Auf das „Windrad-Problem“ bezogen heißt das, dass das Stromnetz so gesteuert werden kann, dass viele Menschen die Energie nutzen, wenn sie verfügbar ist; ihre Wäsche also dann waschen, wenn Wind weht.  Da so weniger Energie gespeichert werden muss, kann die vorhandene Energie effizienter genutzt werden.

Durch die Beschäftigung mit unterschiedlichen Theorien aus Bereichen wie zum Beispiel „Management komplexer Systeme“ oder „Technologiemanagement“ erwerben die Studenten des Studienganges „Sozialwissenschaftliche Innovationsforschung“ Kenntnisse, um auch im Berufsleben die soziologische Perspektive komplexer Systeme einbringen zu können.

Genauere Informationen zu den Fächern finden Sie hier.



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Bitte beachten Sie den Hinweis zur Einstellung des Studiengangs. Sollten Sie darüber hinaus Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte an Kay Cepera.